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Nicht viele von uns hatten das Glück, eines der raren 5-Gang-Getriebe zu ergattern. Damit man wenigstens weiß, wie so ein Getriebe aufgebaut ist, habe ich dieses Blatt zu meiner Webseite hinzugefügt.
Wie ich mittlerweile herausfand, gibt es wohl 2 unterschiedliche Hauptsorten von Getrieben. Das sind zum einen die
Werksgetriebe im Originalgehäuse und zum anderen die sogenannten König-Getriebe. Beide haben gemeinsam den 5. Gang als Special-Feature. Im Unterschied sind sie wiederum hinsichtlich des Gehäuses anders aufgebaut.

Ich möchte darum bitten, dass jeder der genaueres weiß mich informiert wartburgtuning@schreibfaulheit.de

Das Werksgetriebe
Mich erreichte vor einiger Zeit eine E-Mail von dem ungarischen Wartburgfreund Tamas Andrassy. Dort beschrieb er mir ein sogenanntes 5-Gang-Werksgetriebe und legte auch eine technische Zeichnung sowie detaillierte Beschreibung bei, die ich hier unverändert wiedergeben möchte.

Originaler Wortlaut:
My gearbox serial numbers is : 07 70 024. ; 1972year / 24th piece with steering colum change mechanism.

Gear: Transfers: Cogwheels: Total transfers: Shift scheme:

    

1st gear 3,769 (49/13) 15,92
2nd gear  2,158 (41/19) 9,11
3rd gear  1,542 (37/24) 6,51
4th gear 1,179  (33/28) 4,98
5th gear  0,968 (30/31) 4,09
Reverse 3,385 (44x21/21x13) -14,29
Differential gato 4,22 (38/9)
Tachorad 2,333 (14/6)

Bitte klickt das Bild für eine Vollansicht an. Wie man unschwer erkennen kann, handelt es sich um eine modifizierte Zeichnung aus der ungarischen Fassung des Reparaturhandbuches. Dem obigen Schaltschema und der Zeichnung kann man entnehmen, dass die Sperrung und damit der Kraftschluss des 5. Ganges über die Schaltstange des Rückwärtsganges stattfindet. Leider unsynchronisiert.
Thank you very much, Tamas. Very nice and scientific.

Für Eure Dankesbriefe oder Fragen oder nähere Infos zum Getriebe hier die E-mail-Adresse:
tandrassy@hotmail.com

Tamas Andrassy hat vor kurzem ein Werksgetriebe zerlegt und die besonderen Teile fotografiert! Dazu gibt es noch eine Legende! Aber nur in ungarisch. Das können wir ihm aber gerade so verzeihen :-) !

LELTÁR:
Az ötfokozatú Wartburg 353WR sebességváltómű speciális alkatrészei :

  1. Sebességváltóház középsőrész

  2. Hátsó meghajtótengely teljes

  3. Fogaskerék az 5. sebességhez

  4. Szabadonfutó fogaskerék a 4. sebességhez

  5. Szabadonfutó fogaskerék a 3. sebességhez

  6. Négykarú szinkronagy a 3-4. sebességhez

  7. Hátrameneti fogaskerék

  8. Kapcsolóvilla az 5. sebességhez

  9. Kapcsolóvilla a 3-4 sebességhez

  10. Kapcsolóvilla a hátrameneti fokozathoz

  11. Kapcsolóvilla tengely az 5. és a hátrameneti fokozathoz + kapcsolómenesztő az 5. és a hátrameneti fokozat valamint a síkelőbeválasztás számára

  12. Hátramenet tengely

  13. Kapcsoló tengely

  14. Kapcsolóemelő működtetőkar

  15. Kapcsolóemelő az 5.és hátrameneti fokozatokhoz síkelőbeválasztó horonnyal

  16. Reteszelt síkelőbeválasztó a hátrameneti fokozat villaműködtetéséhez + záróretesz

A sebességváltó többi alkatrésze azonos a széria kivitel sebességváltójával, itt csak a speciális alkatrészek kerültek ismertetésre.

©Budapest, 2003.04.19.  Andrássy Tamás tandrassy@hotmail.com

Dies ist eine Mail, die ich unlängst erhielt, in der ein freundlicher namenloser Leser mit Ungarisch-Kenntnissen die Teilliste von Tamas übersetzte. Vielen Dank! Köszönöm szépen! ;-)

Zufällig habe ich da eine ungarische Legende zu dem wohl sehr seltenen 5 Gang Wartburg Getriebe gefunden.Ich nehme mir hiermit die Freiheit die für Euch (nach bestem Wissen und Gewissen) zu übersetzen, was nicht ganz einfach war, hoffentlich hilt es jemandem (könnt Ihr natürlich posten).Ich schau bestimmt noch mal rein, viele Grüße.

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Legende:

Die besonderen Einzelteile des Wartburg 353WR 5 Gang Getriebes

  1.  Getriebegehäuse Mittelteil

   2.  Komplette hintere Antriebswelle

  3.  5. Gang Zahnrad

   4.  Freilaufendes 4. Gang Zahnrad

   5.  Freilaufendes 3. Gang Zahnrad

   6.  4 armiger Synchronkörper für 3.- 4. Gang

   7.  Rückwärtsgang Zahnrad

   8.  Schaltgabel 5. Gang

   9.  Schaltgabel 3. - 4. Gang

10.  Schaltgabel für Rückwärtsgang

 11.  Schaltgabelwelle für 5. + Rückwärtsgang sowie Schaltführung für 5. + Rückwärtsgang
       in Verbindung mit der dazugehörigen Schiebemuffe (Schaltmuffe)


12.  Rückwärtsgangwelle

13.  Welle für Gleitschaltelement(e)

15.  Gleitschaltelement mit Einkerbung für Schiebemuffe für 5. + Rückwärtsgang

 14.  Betätigungshebel für Gleitschaltelement

 16.  verriegelbare Schiebemuffe  für Rückwärtsgang + Schließriegel (vermutl. Rückwärtsgangsperre)

Alle weiteren Einzelteile sind mit dem Seriengetriebe identisch.

HIER geht es zu den Bildern!

Beachtet bitte das Copyright von Tamas Andrassy!

Und da gibt es auch wieder was Neues zum Thema Werksgetriebe von Torsten Reichardt aus Schönwalde:

Aus meinen Unterlagen geht folgendes hervor:
1.Werksgetriebe

Laut Homologationsblatt Nr. A-5169 für das Modell 353W460 ist weiterhin folgende Getriebeabstimmung zulässig und deshalb aller Wahrscheinlichkeit nach auch hergestellt worden

1.Gang 49/13=3,769 synchr. (Entspricht 1.Gang Serie)
2.Gang 42/19=2,210 synchr.
3.Gang 36/25=1,440 synchr.
4.Gang 31/29=1,069 synchr.
5.Gang 29/32=0,906 unsynchr. (Entspricht 4.Gang Serie 50PS)

Bei der von dir bzw. Tamas Andrassy dargestellten Variante wurde der 1. und 4.Gang des kürzer übersetzten 45PS-Getriebes benutzt. Mein Getriebe hat die Nr. 07 70090. Ich kann aber nicht sagen welche Radpaare dort drin sind. Solange es funktioniert will ich es nicht öffnen.

Ich kann verstehen, warum Torsten sein Getriebe nicht aufmachen möchte und wünsche allzeit gute Fahrt damit.

Das König-Getriebe
Die König-Getriebe von der ehemals gleichnamigen Firma aus Dresden sind ursprünglich für den Melkus gebaut worden. Zwischen hinterem Gehäuseteil und Hauptstück wurde ein 6,5 cm langer Flansch eingefügt. Deshalb musste die hintere Getriebeaufhängung umgebaut werden. Der Lagerbock wurde ein Stück nach vorn geholt, damit das Getriebe in die serienmäßige Aufhängung am Fahrzeug passt. Im Innern verlängerte man die Hauptwelle, die Vorgelegewelle und die Schaltstange des Rückwärtsganges. Auf letztere setzte man eine Schaltmuffe, die den Kraftschluss mit dem 5. Gang herstellt. Trotz der größeren Gesamtlänge des Getriebes die elegantere Lösung. da hier der 5. Gang synchronisiert wird. Das Getriebe existierte in zwei Übersetzungen, die in nachfolgender Grafik berücksichtigt werden. Das Schaltschema ist dasselbe, wie bei vorgenannten Werksgetrieben.

Aufgrund der größeren Länge muss das Pedalblech im 353 umgebaut werden. Man schneidet einfach die betroffene Stelle aus und setzt sie ein wenig höher (2,5 cm reichen), so dass sie in den Fahrgastraum hineinragt. Anschließend biegt man das Gaspedal etwa 10° nach oben. So wird erreicht, dass man Vollgas fahren kann. Hat man zu großzügig gebogen, macht das nichts. Einmal kräftig auf das Pedal getreten und es hat sich angepasst.

Zum König-Getriebe schrieb mir Torsten Reichardt auch noch was:

Hier entspricht die Übersetzung des 1. bis 4. Ganges der des Seriengetriebes. Die Standartübersetzungen für den 5. Gang betrugen 27/34=0,794 für das 3,35 und 28/33=0,848 für das 3,58 gesamtübersetzte Getriebe.

Des Weiteren wurden in der aktiven Tourenwagenzeit des Wartburg viele spezielle Übersetzungen hergestellt und auch eingesetzt. Aus Überlieferungen ist mir bekannt, dass z.B. Klaus-Peter Krause 6 verschieden übersetzte Getriebe besaß. Es stand so praktisch für jede Rennstrecke ein passendes Getriebe zur Verfügung. Über verschiedene  Differentialübersetzungen ist mir nichts bekannt. Es wäre aber durchaus auch denkbar, dass der eine oder andere Aktive für Bergrennen ein Getriebe mit der 38/8er Achse des Werks-Getriebes verwendete.

Altes Königgetriebe

Das aus Formel-3- bzw. Formel-Junior-Zeiten bekannte Königgetriebe welches auf Basis des 311er Getriebes gebaut wurde verwendete man im Spider auch in den 70ern noch. Selbst der MT77 besaß ein altes Königgetriebe (allerdings 4-Gang) das aber in der Längsachse gedreht eingebaut wurde. Hier  besaß auch jedes Getriebe eine andere spezielle Übersetzung und war geradverzahnt und unsynchronisiert. Für dieses (MT-)-Getriebe wurden soweit mir bekannt 2  Differentialübersetzungen benutzt.

Ja, so ein Spider wäre noch eine tolle Sache! Danke Torsten!

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