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Hier ist die Seite für diejenigen, die ihren Wartburg täglich als Gebrauchsauto bemühen oder längere Strecken zurücklegen wollen. Was gibt es da wohl noch zu beachten, werden sich einige fragen. Ist doch ganz einfach: Reinsetzen und Losfahren. Nein, Nein und nochmals NEIN. Richtig ist Nachdenken, Einpacken und Losfahren.
Weil ich nicht einmal meinen ärgsten Feinden und schlechtesten Freunden samstag nacht halb zwei Uhr eine Panne auf der Straße zwischen Brotterode und Winterstein (jeder der dort wohnt, weiß wovon ich rede) gönne, habe ich meine 8jährige Wartburgerfahrung, meine Schlosserausbildung sowie vielleicht auch den Rest von übriggebliebenem gesundem Menschenverstand zusammengenommen.
Heraus kam das Pannenset für den Wartburg, bestehend aus wichtigen Werkzeugen und Ersatzteilen, die für die Unterwegshilfe brauchbar sind. Jeder wird verstehen, dass der Ersatzmotor sich wenig zur ständigen Mitnahme eignet und deshalb lieber in der Garage auf seinen Einsatz warten sollte. Auch der monströse 24er Ringschlüssel ist zu Hause gut aufgehoben, da man wohl schwerlich unterwegs Radlager wechseln wird. Ein wenig technisches Verständnis ist auch noch vonnöten und letztendlich muss das Fahrzeug regelmäßig gewartet worden sein. In dem Buch "Ratgeber Wartburg" von Horst Ihling (siehe Persönliches) sind diese zur Erhaltung der Betriebssicherheit notwendigen Arbeiten beschrieben.  Ich glaube, ich verzichte auf die Nennung von Wagenheber und Radmutternschlüssel (das müsste einer mit langem Hebel sein, damit die Freundin ihn zur Not auch benutzen kann, ohne sich die Arme abzubrechen), da diese Teile unbedingt ins Fahrzeug gehören.
Folgende Tabelle gilt also nun für den "Täglichbenutzer mit technischem Verständnis", sowie für eventuelle Fernfahrten.

Voraussetzungen: -regelmäßig gewartetes Fahrzeug (Verschleißteilkontrolle) 
-Fahrzeug weist keine Defekte auf, die die Betriebssicherheit gefährden
-Fahrer hat technisches Verständnis
Werkzeugart/-bezeichnung Nutzungsbeispiele
Ring-/Maulschlüsselsatz, gerade, Gr. 7-13 u. 17 u. 19 Zündspulenanschlüsse 7er, Lichtmaschinenbefestigung 13er
Ringschlüssel, gekröpft, Gr. 13, 16, 17,19 vielseitig u. zum Gegenhalten
Schraubenziehersatz Schlitz/Kreuz, Gr. klein/mittel/groß Vergaserdeckel, Schlauchschellen
Ratsche 1/2" mit 10er, 13er, 16er, 17er, 19er, Kerzen-, 24er Steckschlüssel Auspuffaufhängungen, Auspuffschellen, Zylinderkopfmuttern, Zündkerzen
großer ausziehbarer Knebel 1/2" mit 17/19er Wechselnuss Radmuttern, Festziehen von Zylinderkopfmuttern (Steckschlüsselsatz von der Ratsche passt auch)
Prüflampe 12V Prüfen von Spannung, Einstellen der Zündung
Fühllehren Einstellen der Kontaktabstände
Plastemesschiebelehre (billig) Einstellen der Zündung
Kombizange vielseitig, Kürzen von Kabeln, Grimpen usw.
Wasserpumpenzange für kraftaufwendiges Arbeiten
Innensechskantschlüsselsatz, komplett Scheinwerfereinstellung, Ansaugkrümmerbefestigung
Schlosserhammer 500 gr. vielseitig
starke Taschenlampe logo, oder?

Und nun noch eine Aufzählung des Minimums an sinnvollen Ersatzteilen:

Baugruppe Fahrwerk:
1x Ersatzradmutter M12x1,5 (Gullys erweisen sich immer als recht hungrig bei  überraschenden Radwechseln)

Baugruppe Motor:
1x Keilriemen, 1x Zündkerze M175x14, 1x 70 cm Zündkabel, 1x Zündspule, 1x komplett eingestelltes Unterbrechergehäuse, 1x Zündkerzenstecker, 1x Benzinpumpe (vorher Membran mit Silikonspray konservieren), 1x 50 cm Benzinschlauch, verschiedene Schlauchschellen, Kopfdichtung, Thermostat

Baugruppe Getriebe:
1x Gummiring vom Schaltgehäuse bei Knüppelschaltung, Kupplungsseil 

Baugruppe Elektrische Anlage:
1x 1m Kabel universell (1,5 cm2), 3x Lüsterklemmen, Glühlampensatz (1x Halogen 55/60 W, 2x Glühlampe 21 W,3x  Sofitten 5 W, 2x Instrumentenbrettbeleuchtung), Bremslichtschalter, Sicherungen, Blinkgeber, Isolierband

Verbrauchsmaterialien
verschiedene Sorten Muttern, Maschinenschrauben, kleinere Metallschrauben, Unterlegscheiben, Zahnscheiben, etwas Bindedraht, Splinte

Verschiedene Schmiermittel und Flüssigkeiten:
1l Kühlmittel, 0,5l Getriebeöl, 1l Zweitaktöl, 1x Bremsenreinigerspray, 1x Rostlöserspray, 0,2l Bremsflüssigkeit, etwas Schmierfett, Auspuffdichtmasse, Loctitedichtmittel, 1l Wasser (im Winter rausnehmen), etwas Handwaschpaste

Besonders gut lassen sich die genannten Ersatzteile und Werkzeuge unter der Klappe im Kofferraum beim Tourist verstauen, aber ein stabiler Metallkoffer erfüllt seinen Zweck auch in der Limousine.

Wenn noch jemand eine Idee hat, was man noch gebrauchen könnte, bitte unbedingt mir mailen!

Hi Du !
Ich habe Deinen Bericht gelesen,und habe auch einige Anregungen für Dich:

Man sollte immer ein Stück Seil,ca. 1,20 m, und eine Schraubenzieher (Schlitz) dabei haben,wenn man einen Platten hat und den Schlauch reparieren muß...zum richtigen Aufsetzen auf die Felge in den Hump und ganz wichtig.......eine Fußluftpumpe,wie zu DDR-Zeiten üblich. Als alter Wartburg- und Trabifahrer immer einen Benzinkanister,mindestens 5 Liter,dabei haben als fertiges Gemisch für den Notfall.

Mit freundlichen Grüßen

Ronny Ziller
TRABANT IG UNTERFRANKEN



P.S.: Würde mich über Nachricht recht freuen.

Tschüssi

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